Genf GE: Pyro-Exzesse im Stade de Genève – Nordtribüne gesperrt
Die Genfer Behörden verurteilen den weitverbreiteten Einsatz von Pyrotechnik und Rauchbomben, der sich am vergangenen Samstag im Stade de Genève ereignete.
Trotz der für Servette FC verhängten Stufe-2-Maßnahme („Progresso“) für zwei Spiele, die nach Ausschreitungen und insbesondere dem Einsatz von Pyrotechnik am Bahnhof Lausanne am Sonntag, dem 15. Februar 2026, erfolgte, wurden die Auflagen der Genehmigung nicht erfüllt. Gemäß dem Stufenmodell von „Progresso“ ordneten die Behörden die Schließung der Nordtribüne für die Fans beim Heimspiel zwischen Servette FC und dem FC Zürich am Samstag, dem 7. März, an. Diese Maßnahme gilt zunächst für drei Spiele.
Das Spiel zwischen Servette FC und FC Sion am vergangenen Samstag wurde durch unverantwortliches Verhalten überschattet. Pyrotechnische Gegenstände wurden koordiniert und in großem Umfang gezündet, wodurch die Sicherheit von Zuschauern und Spielern gefährdet wurde. Diese Handlungen stellen einen Verstoß gegen die Sicherheitsrichtlinien und die Spielgenehmigung sowie eine offene Missachtung der Behörden dar. Daher wurde beschlossen, die Maßnahmen der Stufe 3 im Rahmen des Stufenmodells „Progresso“ zur Gewaltprävention bei Sportveranstaltungen zu aktivieren.
Warnungen, die unbeachtet blieben
Nach der Verhängung der Stufe-2-Maßnahme „Progresso“ gegen Servette FC für zwei Spiele aufgrund des Einsatzes von Pyrotechnik, insbesondere am Bahnhof Lausanne, wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jeder weitere Einsatz von Pyrotechnik oder gewalttätiges Verhalten sofortige strukturelle Sanktionen nach sich ziehen würde. Die Beweislage ist nun eindeutig: Diese Präventivmaßnahmen wurden nicht eingehalten. Mehrere Anhänger verwendeten Rauchbomben und andere verbotene Pyrotechnik und gefährdeten damit die Sicherheit anderer Zuschauer, anwesender Familien und des Stadionpersonals. Diese Handlungen, die unter Missachtung der geltenden Regeln und wiederholter Warnungen begangen wurden, stellten eine ernsthafte Gefahr für die körperliche Unversehrtheit der Anwesenden dar. Sie können als gewalttätiges Verhalten eingestuft werden und sind bei einer Sportveranstaltung nicht zu tolerieren.
Die Genfer Behörden weisen darauf hin, dass die Verwendung von Pyrotechnik im öffentlichen und privaten Raum, wie beispielsweise im Genfer Stade, geregelt ist. Zuwiderhandlungen können zivilrechtliche Folgen für die Verantwortlichen haben und bei Personenschäden oder Sachbeschädigung strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Zudem drohen Vereinen Geldstrafen.
Genfer Sanktionen: Aktivierung der Stufe 3 „Progresso“
Gemäß dem landesweit harmonisierten Stufenmodell „Progresso“ zur Bekämpfung von Gewalt im Sport haben die kantonale Polizei und das Departement für Institutionen und digitale Angelegenheiten (DIN) folgende Beschlüsse gefasst:
Schließung der Fanblöcke: Die Nordtribüne des Stade de Genève (Servette FC) bleibt beim nächsten Heimspiel am Samstag, den 7. März 2026, geschlossen.
Sofortiger und gleichzeitiger Stopp des Ticketverkaufs (kein Wechsel in andere Sektoren) und Verbot koordinierter Fanaktionen im und um das Stadion.
Verstärkung der Verwaltungsmaßnahmen: Die Behörden werden die Aufnahmen der Überwachungskameras eingehend auswerten, um die Verantwortlichen für das Zünden der Rauchbomben zu ermitteln. Verfahren gemäß dem Konkordat zur Bekämpfung von Gewalt bei Sportveranstaltungen (CMVMS) sowie strafrechtliche Verfolgungen werden systematisch eingeleitet.
Die Maßnahmen der Stufe 2 „Progresso“ (systematische Abtastkontrollen und verstärkte Videoüberwachung) bleiben in Kraft.
Ein konsequenter, präventiver Ansatz zur Bekämpfung von Gewalt in Stadien
Es ist inakzeptabel, dass trotz der bereits getroffenen Maßnahmen und der gemeinsamen Bemühungen von Behörden und Vereinen solches Verhalten beobachtet wurde. Fußball muss ein familienfreundliches und fröhliches Ereignis bleiben. Sicherheit hat oberste Priorität. „Die Herabstufung auf Stufe 3 ist die direkte Folge der Sturheit einer Minderheit von Anhängern, die Konfrontation über Fairplay stellen“, erklärt Carole-Anne Kast, Staatsrätin für Sicherheit.
Um weitere Vorfälle zu verhindern, ist Servette FC nun verpflichtet, Schwachstellen in seinen Sicherheitsvorkehrungen aufzudecken und aktiv bei der Ermittlung von Tätern mitzuwirken. Im Falle weiterer Vorfälle sieht das Stufenmodell auf Stufe 4 Maßnahmen bis hin zur Austragung von Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor. Jeder Verstoß wird strafrechtlich verfolgt und mit entsprechenden Sanktionen belegt.
Der Staatsrat bekräftigt sein Engagement für die Sicherheit der gesamten Bevölkerung und den Erhalt des sportlichen und feierlichen Charakters von Fußballspielen. Gemeinsam mit der Polizei appelliert er an alle Fans, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und die Regeln zu beachten, damit Sportveranstaltungen in einer ruhigen und sicheren Umgebung für alle stattfinden können.
Quelle: Kanton Genf
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