E-Bike-Diebstahl verhindern – Tipps der Kantonspolizei St. Gallen

Nach Angaben der Kantonspolizei St. Gallen wurden im Jahr mehr als 700 E-Bikes gestohlen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 65 Prozent. Häufig werden die teuren Velos aus Tiefgaragen und Kellern gestohlen.

Gemeinsam mit der Schweizerischen Kriminalprävention gibt die Kapo St. Gallen Tipps zur Verhinderung von Velo-Diebstählen.



Dreifachsicherung für Velos

Mit einem E-Bike können grössere Distanzen problemlos bewältigt werden, die Velos sind daher eine praktische Alternative zum Auto. Besonders teure E-Bikes sind leider auch bei Kriminellen beliebt. Wichtig ist daher eine ausreichende Sicherung des Rades.

Die Polizei rät, dass Velo dreifach zu sichern: Mit einem starken Schloss fest an einem verankerten Gegenstand wie einem Velounterstand oder einer Laterne anschliessen. Gut geeignet sind stabile Bügelschlösser. Wichtig ist nicht nur das Vorderrad anzuschliessen, da es leicht entfernt werden kann. Zudem sollte das Rad idealerweise in einem gesicherten Raum abgestellt werden, bei denen auch Zugangstüren abschliessbar sind. Als letzte Massnahme empfehlen die Experten, das Velo registrieren zu lassen und einen ausreichenden Versicherungsschutz zu vereinbaren.

Diebstahlsichere Schlösser verwenden

Ein hochwertiges E-Bike sollte mit einem zertifizierten Schloss gesichert werden. Wichtig ist, dass das Modell aus einem massiven Material wie durchgehärtetem Spezialstahl besteht. Gerade ein Fahrrad, das recht leicht und gut zu stehlen ist, sollte mit einem starken Schloss gesichert werden. Zahlenschlösser schnitten in Tests schlecht ab und konnten schnell geknackt werden, daher sind diese Modelle nicht zu empfehlen, Schlüssel-Schlösser sind die bessere Wahl. Kabelschlösser bieten häufig keinen ausreichenden Schutz, da sie mit einem Seiten- oder Bolzenschneider innerhalb von Sekunden geknackt werden können.


Zahlenschlösser bieten häufig keine ausreichende Sicherheit. (Bild: byswat – shutterstock.com)

Als besonders robust gelten Bügelschlösser, die schwer zu knacken sind. In verschiedenen Tests konnten die Modelle lediglich mit einem Trennschleifer geöffnet werden, wobei Kriminelle diese Methode aufgrund des Lärms nur selten anwenden. Nachteilig bei Bügelschlössern ist der Transport am Velo. Üblicherweise gibt es Halterungen, an denen das Schloss während der Fahrt befestigt werden kann.

Faltschlösser sind eine Alternative zu unhandlichen Bügelschlössern. Die Schlösser bestehen aus mehreren über Gelenke verbundene Glieder und lassen sich daher leichter verstauen. Hier sollten Velofahrer sich unbedingt für hochpreisige Modelle entscheiden, die ebenfalls nicht leicht zu knacken sind.

Kettenschlösser sind sehr flexibel, können überall befestigt werden und bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Idealerweise bestehen die Schlösser aus gehärtetem Stahl. Diebe haben dann keine Möglichkeit, die Schlösser mit Eisspray und Hammerschlägen gezielt zu zerstören.

Panzerkabelschlösser sind im Vergleich zu klassischen Kabelschlössern stabiler, da sich im Kern ein Drahtseil befindet. Wer die Modelle mit einem Bolzenschneider knacken möchte, muss sehr viel Kraft aufwenden, sodass die Schlösser deutlich sicherer als normale Kabelschlösser sind.

Rahmenschlösser allein bieten keine ausreichende Sicherheit. Bei vielen Rädern gehört das Rahmenschloss am Hinterrad zum Standard, dient aber allein als Wegahrsperre. Daher ist das Rahmenschloss immer mit einem weiteren Schloss zu verwenden.


Mit einem Bolzenschneider sind viele Schlösser schnell geknackt. (Bild: mapman – shutterstock.com)

E-Bikes sicher abstellen

Ist ein E-Bike nicht an einem festen Gegenstand angeschlossen, könnte es einfach weggetragen oder auf dem Vorderrad geschoben weggetragen werden. Wichtig ist also vor allem, die Räder gut anzuschliessen. Dazu sollte das Schloss weit vom Boden entfernt befestigt werden, damit eine Bolzenschneider nicht auf dem Boden angesetzt werden kann, um zusätzlich Kraft auszuüben. Ist ein Anschliessen an einem festen Gegenstand nicht möglich, können mehrere Räder zusammengeschlossen werden. Gerade bei teuren E-Velos ist es sinnvoll, mehrere Schlösser zu verwenden.


Gibt es keine Anschliessmöglichkeit sollten mehrere Räder zusammen abgeschlossen werden. (Bild: moreimages – shutterstock.com)

Eine gute Idee ist es, das Bike in der Öffentlichkeit abzustellen, dunkle Ecken oder einsame Orte können Diebe anlocken. Gut beleuchtete Stellen, an denen viele Passanten voreikommen sind eine optimale Wahl. Noch besser sind abgeschlossene Räume oder Velostationen, die deutlich mehr Sicherheit bieten.


Räder nicht nur am Vorderrand anschliessen. (Bild: diy13 – shutterstock.com)

GPS-Sicherung für E-Bikes

Mit einem GPS-Tracker gibt es die Möglichkeit, gestohlene E-Bikes wiederzufinden. Die Tracker verfügen über eine SIM-Karte und zeigen dem Besitzer so, wo es sich gerade befindet. Die Position wird über eine Smartphone-App abgerufen. Bei einigen Modellen sendet der Tracker zudem einen Alarm, wenn das Bike unerwünscht bewegt wird. Ideal sind Tracker, die von aussen nicht zu erkennen sind, sondern direkt im Velo verbaut sind.

Bei den Trackern gibt es verschiedene Kaufkriterien:

  • Wie lange und zuverlässig läuft der Akku?
  • Montage (ist der Tracker von Dieben leicht zu finden?)
  • Bietet das Modell zusätzliche Funktionen?
  • Ist der Tracker gegen Regen und Feuchtigkeit geschützt?

Registrierung von E-Bikes

Wichtig ist, dass Velo immer zu registrieren. Dabei werden Rahmennummer und weitere Angaben des Rades in Online-Registern abgespeichert. Für das Bike selbst gibt es einen Aufkleber mit einem QR-Code, der eine eindeutige Identifizierung des Rades ermöglicht. Kommt es zu einem Diebstahl, steigen die Chancen, das E-Bike nach einer Straftat wiederzubekommen. Mehr Sicherheit bietet Expertenangaben zufolge aber nur ein GPS-Tracker, der aufgeklebte Strichcode ist von Kriminellen leider recht einfach zu entfernen, sodass nichts mehr auf den Diebstahl hindeutet.

Aufwändige Polizeiermittlungen bei E-Bike-Diebstählen

Die Kantonspolizei St. Gallen berichtet, dass im Kanton bereits verschiedene Diebesbanden gefasst werden konnten. Häufig bieten Kriminelle die Bikes nach der Tat auf Online-Marktplätzen an und könne so gefunden werden. Die Polizei muss der Täterschaft den Diebstahl dann nachweise. Problematisch wird es, wenn die Räder in Ausland gebracht werden. Nach Angaben der Polizei werden gestohlene Velos nur innerhalb der Schweiz zur Fahndung ausgeschrieben. Taucht ein Bike im Ausland auf, kann das also nicht verfolgt werden. Es gibt Planungen, die Fahndungen auch über die nationalen Grenzen hinweg auszuweiten.

 

Titelbild: Ground Picture – shutterstock.com

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